Klar, es passiert, dass wir Dinge vergessen oder irgendwo liegen lassen: einen Anruf, den wir eigentlich noch zurückrufen wollten, die Socke unter dem Bett oder eine frisch gemachte Tasse Tee, die einfach stehen bleibt. Aber während wir vergessen, geht das Leben weiter und die Dinge machen eben auch einfach ihr Ding.

Niemand kennt den exakten Moment, aber der erste Kombucha dürfte vor vielen Jahrhunderten in Ostasien entstanden sein, dem Land des Tees. Jemand muss ein Gefäß mit süßem Tee einfach stehengelassen haben. War es ein gezieltes Experiment oder ein glücklicher Zufall? Wir wissen es nicht, aber wir glauben, dass ein bisschen von beidem dabei war.

Mikroorganismen wie wilde Hefen und Essigsäurebakterien, die in der Luft und auf Oberflächen natürlich vorkommen, hätten sich in diesem süßen, warmen, zuckerreichen Tee nicht wohler fühlen können. Sie schwebten einfach herein, fanden ein gemütliches, nahrhaftes Umfeld und machten sich an die Arbeit. Nach einigen Tagen bildete sich eine dünne, gummiartige Schicht an der Oberfläche, während sich der Tee darunter Blasen für Blase in den ersten lebendigen Kombucha verwandelte.

Als die Menschen Gefallen an diesem ungewöhnlichen fermentierten Tee fanden und ihn mit ihrem Wohlbefinden in Verbindung brachten, brauten sie ihn weiter und gaben ihn weiter. Durch Mundpropaganda und jede Menge Reisen verbreitete sich Kombucha quer durch Asien und gelangte nach und nach nach Russland, Osteuropa und schließlich weiter nach Westeuropa.

So begannen die Menschen, ihn zu brauen und zu fermentieren, und weil Teilen sorgt, dass etwas weiterlebt, bewahrten sie einen Teil der symbiotischen Kultur aus Bakterien und Hefen (SCOBY) auf und gaben sie von einem Glas zum nächsten weiter. Was als Zufallsversuch begann, wurde zu einer DIY‑Fermentation‑Praxis und so gelangte eine dieser SCOBY‑Kulturen schließlich zu uns in einer kleinen Zip‑Tasche.

Also was ist Kombucha am Ende eigentlich?

Schauen wir uns das Ganze etwas genauer an.Kombucha beginnt mit gesüßtem Tee und einer Gemeinschaft aus Hefen und Bakterien. Die Hefen spalten zunächst mithilfe von Enzymen wie Invertase die Saccharose in einfachere Zucker und vergären diese anschließend zu Ethanol und Kohlendioxid. Die Bakterien verarbeiten einen Teil dieses Ethanols weiter und wandeln ihn in organische Säuren, darunter Essigsäure, um. Einige von ihnen produzieren außerdem die Cellulose, aus der sich die typische SCOBY-Schicht an der Oberfläche bildet. Mit zunehmender Säure sinkt der pH-Wert, und aus dem süßen Tee wird nach und nach der säuerliche, leicht spritzige Kombucha, den wir kennen. Wenn Kombucha nicht pasteurisiert wird, können lebende Mikroorganismen aus der Fermentation im Getränk erhalten bleiben.

Ob diese Kulturen tatsächlich probiotische Wirkungen haben, ist noch Gegenstand der Forschung. Für uns ist Kombucha vor allem eine gute und bewusste Alternative zu Softdrinks und alkoholischen Getränken. Ein faszinierendes Gebräu mit viel Raum zum Experimentieren.

Wir brauen Kombucha seit Jahren, probieren verschiedene Kulturen aus, verändern Mischverhältnisse und testen unterschiedliche Methoden. Es gibt noch viel zu lernen, und genau das mögen wir daran. Wir würden gerne etwas von dem, was wir gelernt haben, unsere Neugier und Begeisterung für Fermentation mit euch teilen, und natürlich auch den ein oder anderen Schluck.

unser workshop

Unsere Workshops sind immersiv, praktisch und ein bisschen künstlerisch. Wir erklären Fermentation nicht nur, sondern erkunden sie durch Geschmack, Geruch, Textur, Makrofotografie und genaues Beobachten. Wir teilen, was wir aus unseren eigenen Ansätzen gelernt haben, geben praktische Tipps und ermutigen dich, deinen Sinnen zu vertrauen und selbst zu experimentieren. Und natürlich gehst du nicht mit leeren Händen nach Hause: Du nimmst einen SCOBY, Starter-Kombucha und deinen eigenen frisch angesetzten Kombucha mit, bereit, bei dir weiter zu fermentieren. Brew, enjoy, repeat.

Für Anfragen kannst du uns hier kontaktieren.